Klang heilt alles

Auf der Suche nach vollkommenem Klang

Gurprakash hat mich gebeten, über ihn und Musik zu schreiben

Gurprakash mit Gitarre bei einer Live Session

Leben begreift er als Rhythmus, Harmonie und Resonanz. Wo andere Menschen sprechen, lauscht er. Und wenn er spricht, lauschen alle Anderen. Wenn er schreibt, entsteht eine Melodie. Jedes Wort ist mit Bedacht gewählt, jeder Satz liebevoll angeordnet, jeder Paragraph minuziös komponiert. Und wenn er singt, entsteht ein Resonanzraum von unendlicher Weite. Sinn beginnt dann hindurch zu scheinen durch diese mit Hingabe erschaffenen Wort- und Klangkompositionen.

Doch zurück zum Beginn. Dem Beginn unserer Beziehung, seiner und meiner. Kennengelernt haben wir uns in einem Yogazentrum in Heidelberg. Und wie das so ist mit bedeutungsvollen Begegnungen, war das kein Zufall. Dass Resonanz uns hat zueinander finden lassen, wussten wir nicht, damals bei unserem ersten Treffen an diesem Ort namens Naad.

Naad ist die Essenz allen Klangs durch die das Unendliche erfahrbar wird.

Ich lebte zu dem Zeitpunkt in Heidelberg, und Gurprakash hatte Holland verlassen. Seine Neugierde mehr über Naad zu erfahren, hatte ihn die Grenze überqueren lassen und nach Heidelberg gebracht. Da standen wir dann, zwei gutgesinnte Seelen im Naad. Der Beginn unserer Reise in das Einssein. Wir arbeiteten nicht nur zusammen. Schon bald wurden wir auch Lebenspartner. Seitdem durfte ich Zeuge der Klangreise sein, die zugleich die Lebensreise von Gurpakash ist. Angefangen bei kurzen musikalischen Rückblicken in die Zeit als er in verschiedenen Bands spielte und mit viel Einsatz kurz vor einem Plattenvertrag mit Sony stand.

Doch dann kam Yoga und damit die Offenbarung einer noch unbekannten Klangwelt. Sieben Jahre hat sich Gurprakash genommen, das Bewusstsein von Mantren zu erforschen, sich durch sie berühren zu lassen, bevor er seine Version von sieben Sadhana Chants herausbrachte - als Teil der frühmorgendlichen Praxis im Kundalini Yoga.

Sieben Jahre bilden einen Bewusstseins-Zyklus - eine Periode, in der etwas zur Reife gelangt. Immer wieder spielte er unterschiedlichste Versionen der Mantren bis er spürte, dass sie ausgereift waren. "Underway to Sadhana" hat er das Album genannt. Ich erinnere mich noch an die klirrende Kälte des dunklen Wintermorgens in Amsterdam, an dem wir die Fotos für das Cover gemacht haben - er in dünnem weissem Hemd wegen des Kontrasts, ich bis zu den Ohren eingepackt. Nur meine rechte Hand nackt in der Kälte, um auf den Auslöser zu drücken.

Nicht mehr lange und unser Sieben-Jahres-Kreis schließt sich zum zweiten Mal. Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, würde ich sie umschreiben mit Gurprakashs aufrichtiger Suche nach authentischem Selbstausdruck - ein Experiment, wie Klang spezifisch durch ihn fliesst - als einzigartiger Klangkörper und Bewusstseins-Kanal. Wordschmied, der er ist, schreibt er wieder seine eigenen Songtexte. Sie erzählen Geschichten seiner Heilreise. Auch komponiert er wieder selbst, und seit kurzem produziert er auch, dass, was er schreibt und singt - in seinem Zimmer, von ihm verwandelt in ein kleines Tonstudio. Ich habe ihn noch nie so gewissenhaft und mit solch tiefer Zufriedenheit üben sehen. Wenn ich die Tür zu seiner Welt öffne, sehe ich einen Mann, der er selbst ist. Das zu sehen, ist schön.

Und dir, liebe Leserin, lieber Leser, sage ich mit grosser Freude, dass Gurprakash dabei ist, sein zweites Album aufzunehmen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den Titel noch nicht verraten darf. Darum tue ich es auch nicht. Bitte habe ein wenig Geduld. Ich versichere dir, das wird gut. .

 

Guru Deva - Oktober 2020

“Underway to Sadhana.

― Gurprakash

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